Aktuelles & Infos
Jeden Sonntag Vortrag
Wale & Delfine vor Madeira
Im Hotel Calheta Beach, neben unserem Hafen, halten Astrid Haas oder ich sonntags um 21 Uhr einen Vortrag über Wale & Delfine vor Madeira. Die Vortragsdauer beträgt eine gute halbe Stunde. Danach stehen wir für Fragen zur Verfügung.
22. Juli 2010
Faröer Inseln – das Taji Europas
Während wir hier auf Madeira täglich die schönsten Fahrten, mit Walen und Delfinen bei ruhiger See und blauem Himmel haben, werden auf den, zu Dänemark gehörenden, Faröer Inseln massenweise Pilotwale auf grausamste Weise abgeschlachtet. Andreas Morlok von Pro Wal und die Walschutyorganisation WDSF haben da einen Plan. Spenden werden dringend benötigt. Weitere Infos hier.
30. Juni 2010
IWC-Tagung in Agadir ist zu Ende:
Zustimmung zu Grönlands umstrittenen Antrag, im Tausch gegen den Verzicht auf andere Wal-Quoten, mehr Buckelwale fangen zu dürfen.
Im Rahmen des „Indigenen Subsistenz-Walfangs“ darf Grönland nun jährlich 10 Buckelwale mehr töten. Dafür verzichten sie auf den Fang von Zwerg- und Finnwalen. Diese traurige Entscheidung traf die IWC (Internationale Walfangkommission) trotz vieler Gegenstimmen nun am Ende ihrer diesjährigen in Agadir.
Dabei zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Undercover-Recherche in Grönland eindeutig, dass es keinerlei Notwendigkeit für erhöhte Quoten des indigenen Walfangs gibt. Die internationale Organisation WDCS hatte erst im vergangenen Monat handfeste Beweise vorgelegt, dass in Grönland zunehmend Wale im Auftrag von Luxusrestaurants und Supermärkten gejagt werden. Die WDCS Mitarbeiter konnten darüber hinaus dokumentieren, dass grönländische Walfänger sogar im Auftrag der verarbeitenden Industrie Wale jagen. Die Recherche zeigt damit, dass die Firmen mit vollem Wissen und Genehmigung der Regierung ihre Lagerbestände so rasch als möglich auffüllen.
„Der Beginn der Waljagd auf Buckelwale ist ein weiterer Schritt zur Kommerzialisierung der Waljagd in Grönland und ein Bruch mit den Bestimmungen der IWC“ so der Sprecher der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS, Nicolas Entrup.
Walfleisch und Mattak (Haut) werden beispielsweise in 4-Sterne-Hotels in Ilulissat teuer verkauft und landen immer öfter als Walschnitzel auf den Tellern der Grönlandtouristen. Ein Walfänger bestätigte, dass im Sommer ein Grossteil des Walfleisches an die Hotels verkauft wird. Damit wird eindeutig gegen das Gebot verstoßen, Walfleisch für die eigene Bevölkerung und im Rahmen kultureller Eigenheiten der Grönländer zu verbrauchen.
Durchschnittlich werden in Grönland jährlich mehr als dreitausend Kleinwale in vollkommen unregulierten Jagden getötet. Wissenschaftliche Empfehlungen, die Anzahl der getöteten Tiere dieser beiden Arten drastisch zu reduzieren, werden bisher ignoriert.
Link zu den Undercover Filmaufnahmen
22. Juni 2010
Walfangkommission berät über Einführung von Fangquote
Ab heute, dem 21. Juni, geht es für die Wale um ihre Zukunft. Die diesjährige Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) tritt nun in die entscheidende Phase. Vertreter aus den 88 Mitgliedsländern beraten momentan in der marokkanischen Stadt Agadir über die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs. Damit entscheiden sie im Laufe der nächste Tage über das Schicksal der Wale weltweit. Zur Abstimmung steht ein Kompromissvorschlag, der eine kontrollierte Wiedereinführung des kommerziellen Walfangs vorsieht. In der Realität ist es ein fauler Deal, mit dem die Pro-Walfang-Nationen (allen voran Japan, Norwegen und Island) das seit 24 Jahren bestehende kommerzielle Walfangverbot endgültig lockern wollen. Einer erneuten Jagd auf die Meeressäuger wären damit die Türen geöffnet. Das seit 1986 geltende, internationale Walfang-Verbot trug in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich zum Schutz der Meeressäuger bei. Obwohl Japan, Norwegen und Island sich nicht daran halten und nach wie vor weiter Wale töten.
Zur Debatte steht bei der bis Freitag dauernden IWC-Konferenz nun Japan, Island und Norwegen eine Fangquote zu zugestehen. Im Mittelpunkt steht dabei ein fauler Kompromissvorschlag. Dieser sieht vor, den drei Ländern Jagd auf 1400 Wale pro Jahr zu gestatten. Darunter so bedrohte Arten wie Finn- und Seiwale. Genehmigt werden soll zudem auch die Jagd im antarktischen Walschutzgebiet. Dieses wurde 1994 eingerichtet, um Walen eine sichere Zuflucht vor den Harpunen zu schaffen. Auch darüber setzt sich Japan hinweg und tötet im Südpolarmeer weiterhin Wale, selbst nachdem die IWC dieses zum Walschutzgebiet erklärt hatte.
Diese illegale Jagd soll nun offenbar legalisiert werden. Nach dem Motto, wenn wir es nicht verhindern können, dass Wale dort illegal gejagt werden, dann legalisieren wir es eben. Nun will die IWC Japan damit auch ganz offiziell im Südpolarmeer den Fang von jährlich 400 Zwergwalen und zehn Finnwalen erlauben. Als lächerliche Pseudo-Gegenleistung und angebliche Zugeständnisse an die Walschutzseite bietet die IWC ein neues Walschutzgebiet im Südatlantik an. Einem Gebiet, in dem sowieso überhaupt kein Walfang stattfindet.
Wissenschaftlicher Walfang
Im neuen Entwurf der IWC bleibt auch das bestehende Schlupfloch des so genannten Wissenschaftlichen Walfangs weiter bestehen. Erst vor einigen Tagen wurden wieder Berichte öffentlich, was mit dem Walfleisch aus den wissenschaftlichen Fängen geschieht. Bei dem angeblichen Wissenschaftlichen Fang behalten Walfänger in der Regel die besten Filetstücke der erlegten Tiere selbst und verkaufen das Fleisch dann kistenweise auf dem Schwarzmarkt. Ein früheres Besatzungsmitglied der japanischen Fangflotte berichtete vor kurzem in einem australischen TV-Sender über diese illegale Praxis. “Ein Fischer hat so viel Walfleisch gestohlen, dass er sich von dem Erlös ein Haus gebaut hat”. Ein Kilogramm Walfilet kostet in Japan legal bis zu 20.000 Yen (180 Euro). Die Mitarbeiter des Walforschungsinstituts würden die Diebstähle dulden. Der im Interview zitierte Waljäger räumte mit dem Mythos des “wissenschaftlichen” Walfangs gründlich auf. Auch nach dem Erreichen der täglichen Fangquote hätte man weiter Wale gejagt und getötet, nur um die teuersten Stücke herauszuschneiden. “Den Rest haben wir über Bord geworfen. Diese Verschwendung hat mich am meisten gestört”, erklärte er. Seit Jahren begründet Japan seine Waljagd unter Hinweis auf eine Ausnahmeklausel im Fangmoratorium von 1986 mit der “wissenschaftlicher Forschung”.
Stimmenkauf
Eine andere gängige Methode der Japaner stimmungsberechtigte Länder um zustimmen oder Nationen den Beitritt zur IWC zu ermöglichen ist die Praxis des „Stimmenkaufs“. Japan unterstützt darin mit großzügigen Geldspenden Delegierte anderer, meist kleiner und ärmeren Staaten. Im Gegenzug dafür stimmen diese dann im Sinne Japans ab. Gerade erst hat die englische Zeitung Sunday Times einen aktuellen Fall beschrieben. Darin boten sich als Lobbyisten getarnte Journalisten Regierungsvertretern mehrerer Länder Geld an, damit sie statt mit Japan künftig mit den Walschutzländern stimmen sollten. Die Gesprächspartner zeigten sich durchaus kooperativ und berichteten schließlich vor versteckter Kamera, dass Japan ihnen Geld, Reisen und Prostituierte zur Verfügung gestellt hatte. Die Sunday Times deckte weiter auf, dass dem aktuellen IWC-Vorsitzenden Anthony Liverpool (Botschafter aus Antigua und Barbuda), alle Spesen seines Aufenthaltes in einem Luxushotel in Agadir von Japan bezahlt wurden. Schätzungsweise bis zu 33 IWC-Mitgliedsstaaten sind von Japan bestochen und haben somit ihre Souveränität regelrecht verkauft. Dabei verlangen die IWC-Gesetze, dass jedes Land die Kosten für seine Teilnahme an den Tagungen selber tragen muss.
16. April 2010 und 1. Mai 2010
fauler Deal – helfen Sie alle mit . . .
. . . das zu verhindern. Jahrzehntelange Bemühungen und Fortschritte im Kapf für die Wale drohen durch einen Kompromißvorschlag zu zerfallen. Auch Deutschland soll dem “faulen Deal” zustimmen. Hintergrundinformationen finden Sie bei der WDCS, einen Artikel in englisch gibt es im New Scientist und aktiv können Sie protestieren bei der IFAW.
Weitere Informationen und Aktionen finden Sie in unserem Blog beim Thema Mobilisierung.
10. April 2010
magere Tümmler
Nun fahren wir schon seit 6 Jahren ausschließlich hinaus aufs Meer zum “whale watching” und beobachten was sich vor Madeira im Atlantik alles ereignet. Daher stimmen mich unsere Begegnungen in letzter Zeit mit Tümmlern sehr traurig. Immer wieder sehen wir Tiere, bei denen die Rippen zu sehen sind. Das bedeutet, diese Tümmler sind nicht wohl ernährt. Ob sie zu wenig Nahren, sprich Fische, finden? Schon letzes Jahr im Sommer hatten wir einige Begegnungen mit einer Schule von mageren und hautkranken Tümmlern. Wir werden das weiter beobachten, wie immer alles schriflich und bildlich festhalten und dann sehen was getan werden kann.
29. März 2010
Großwale
Wie schon letztes Jahr Ende März / Anfang April sahen wir meherer Finnwale bei unseren letzten Ausfahrten. Finnwale sind die zweitgrößten Säuger aller Zeiten. Sie können bis zu 27 Meter lang werden, erreichen im Wasser enorme Geschwindigkeiten (bis zu 25 Knoten) und sie sind einfach grandios, wenn man sie beobachten kann. Ihr Bestand wird auf zZ. auf 33.000 Tiere weltweit geschätze. Ein paar Bilder können Sie in unserem Blog sehen.
22. März 2010